Warhol, Andy

„I love to do the same things over and over again!“ Andy Warhol, Pop-Art-Begründer, Pop-Art-Legende, Pop-Art-Prototyp, liebte die Reproduktion, das Vervielfältigen, liebte lieber 100 Marylins denn eine. Zig tausend-, gar millionenfach wurde sein Oeuvre kopiert, auf Tassen ebenso abgedruckt wie auf Briefbeschwerern, Kalenderblättern oder Radiergummis – Progression in Perfektion posthum: Andrew Warhola alias Andy Warhol hätte seine Freude gehabt an der so populären Massen-Vermarktung seines Schaffens, die die Absicht des Künstlers nicht nur verfolgt, sondern regelrecht auf die Spitze treibt.

Kein Wunder also, dass sich der Erfinder der Pop Art den Siebdruck schon zu frühen Lebzeiten zu eigen machte, reproduzierte, was das Zeug hielt, erst per se, später dann als anführender Kopf ausführender Assistenten in seinem New Yorker Atelier, der Factory. Die Macht der zunehmenden Popkultur banal bis satirisch vor Augen führen, lautete die Devise des gebürtigen Pittsburghers, die manipulative Bedeutung der Massen-Publikation aufdecken, das wollte er; ob glamouröser oder grausamer Motive, man denke an seine „Grace Kellys“ und die „Death and Disaster Paintings“.

Brisanter könnte ein Künstler heute nicht sein, im Zeitalter von Internet, Smartphone und Facebook, in einer Zeit, in der sich jeder ad hoc über Nacht selbst vervielfältigen kann, sich neu erfinden, in einer Zeit, in der Followers die Popularität ausmachen, die Beliebtheitsskala festsetzen, den Marktwert bestimmen.